2 wheels and 1 continent

Immer an der Westküste Afrikas entlang heißt es wieder von Dezember 2010 bis Februar 2011 für Tobias Attenberger.

Hier könnt ihr aktuelle Geschichten aus diesem faszinierenden Teil der Erde lesen, in den Hintergründen dieser Reise stöbern und eindrucksvolle Bilder genießen.

Viel Spaß!

Kontakt: tobias(ät)cruiseafrica.de

Samstag, 22. November 2008

Fore Sakre – Roots Rock



Ein Schlag. Break. Noch ein Schlag. Wieder Break und dann setzen alle ein. Der Pavillon scheint zu explodieren. Eine fieser Rhythm folgt dem Nächsten. Schwarze Schönheiten wirbeln ihre langen Locken umher und bewegen ihre Körper wie man es nicht zu glauben wagt. Rastafaries zeigen Moves die man anatomisch nicht für möglich hält. Erneut ein Break. Nasaler Gesang ganz kurz. Ein Schlag. Break und alle setzen wieder ein, in einem unglaublichen Tempo. Es liegen so dicke Vibes in der Luft, dass es unmöglich ist ruhig zu halten. Die Bewegungen der Tänzer ziehen alle Blicke auf sich. Die Zuschauer scheinen wie hypnotisiert. Es ist Heiß, wie immer in subtropischen Gefilden. Die Haut der ganzen Crew glänzt vor Schweiß, doch dass scheint keinen davon abzuhalten alles zu geben. Rhythmen werden durch die Luft getragen die einem europäischen Gehör absolut unbekannt sind, sich aber sofort in die Seele brennen. Jeden Nachmittag wird geprobt in Fore Sakre, einer staatlichen Tanzschule in der Casamance Region im Süden Senegals. Langsam und unauffällig treffen die Tänzer ein und wie auf ein unsichtbares Zeichen hin legen alle auf einmal los. Drei Stunden dauert die Probe, fünf mal die Woche. Muhm, der Chef der ganzen Crew ist ein absoluter Perfektionist und ihm entgeht nicht der kleinste Fehler. Ihm ist es wohl auch zu verdanken, dass Fore Sakre bei dem jährlichen Bandwettbewerb in Dakar immer einen der ersten Plätze belegt. Immer wieder unterbricht er. Ob bei den Percussionisten an der Basstrommel, bei den Djemben oder bei den Tänzern. Er beherrscht alles und so ist es faszinierend, dass er mit 47 Jahren immer noch jede Bewegung vorführen kann. Capoeira würde wohl als Beschreibung dem Still der Tänzer am nähsten kommen. Aber nicht nur die Crew der Schule versammelt sich fast täglich, sondern auch für die Bewohner und vor allem für die Kinder Ziguinchors stellt dieses Ereignis eine willkommene Abwechslung dar in einer Region die in jüngster Vergangenheit immer wieder von Unruhen überschattet wurde. Langsam kommen wieder Touristen und somit auch wieder mehr Arbeitsplätze in diese sehr bewaldete und ursprüngliche Region, Fore Sakre ist aber wohl erst sehr selten von Weißen besucht worden. Muhm ist darüber aber eigentlich ganz froh, will er die Schule nicht zu einer Touristenattraktion verkommen lassen da die Qualität darunter leiden würde, befürchtet er. Wahrscheinlich nicht zu unrecht. Trotzdem sind alle hier an diesem Ort voll positiver Vibes, willkommen und dürfen gerne ein paar Tage bleiben um in die Wurzeln der Musik einzutauchen. Wurzeln die nun mal in Afrika verankert sind, in den Ahnenwäldern der Casamance. Wurzeln die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Wurzel die nachwievor rocken. Roots Rock....mehr

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