Die BMW springt sofort an. Ich jubel. Sie läuft nur 5 min. Also abschleppen. Wir hängen sie an eine KTM und schleppen sie 10 km in die Hauptstadt. Stop & Go am Seil ist scheiße. Ein Dakar Mechaniker nimmt sich ihr an. Es gibt einen Grand Service. Also Zeit für Visa. Nigeria Visa klappt nicht in Togo. Nicht für Deutsche. Will nach Ghana fahren um mir dort ein Nigeria Visum zu hohlen. Ich bin zu spät an der Botschaft von Ghana. Noch einen Tag warten. Ich spreche Französisch mit Grenzbeamten, Musikanten, Gärtnern und Franzosen. Spreche Französisch am Telefon und durch eine Gegensprechanlage mit Lärm im Hintergrund. Es funktioniert. Vielleicht gibt es in Benin ein Visum für Nigeria. Ich rufe an und es hört sich gut an. Irgendwas muss man glauben. Ich esse Weiße Bohnen Suppe und Wiener Schnitzel bei einem Metzger aus Rosenheim. Es ist heiß. Wieder zurück in meiner Unterkunft, höre ich mir alte Reisegeschichten der deutschen Gemeinde an. Ich spiele mit einem Pavian. Trinke Bier. Nachts ist es noch heißer. Ich leihe mir die KTM und jage rechts am Verkehr im Sand vorbei. KTM ist der Hammer. Adrenalin kickt. Sonst ist alles langsam. Mehr als zwei Sachen schafft man nicht zu organisieren am Tag. Nicht in Afrika. Es ist heiß. Ich esse viel. Habe ständig Hunger und Durst. Ich bin gut drauf, obwohl nichts funktioniert. Die BMW läuft wieder. Nur die Kupplung macht Sorgen. Egal. Bis Kamerun wird es schon noch klappen. Die Regenzeit kommt näher. Dadurch ist es noch heißer. Noch schwerer zu denken. Das Konzept fällt weg. Die Struktur zerfließt. Die Zeit wird unwichtig, egal ob man wieder rechtzeitig zum Semester Beginn heim kommen sollte. Es verschwindet alles sehr schnell. Ich fühle wieder. Fühle anders. Intensiver. Es fühlt sich gut an.
2 wheels and 1 continent
Immer an der Westküste Afrikas entlang heißt es wieder von Dezember 2010 bis Februar 2011 für Tobias Attenberger.
Hier könnt ihr aktuelle Geschichten aus diesem faszinierenden Teil der Erde lesen, in den Hintergründen dieser Reise stöbern und eindrucksvolle Bilder genießen.
Viel Spaß!
Kontakt: tobias(ät)cruiseafrica.de
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Samstag, 13. Februar 2010
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2 Kommentare:
Schocktherapie
Es ist 9:18 Uhr in der früh. Scheiss Bus, schon 3 Minuten Verspätung. Es ist kalt, sehr kalt. Es ist weiss, sehr weiss. Es wird immer weisser, viel weisser. 10:21 Uhr der richtige Stress beginnt: Deutsche Bahn. Es ist kalt. Und der Lok wohl auch. Nach einer viertel Stunde Fahrt sagt eine nervige Stimme durch den Lautsprecher: leider kann dieser Zug wegen eines Lokdefektes nicht weiterfahren, sie müssen diesen Zug verlassen, wir bitten um Verständnis. Es ist kalt in Kruiten. Ja, kaum zu fassen, so heisst ein Dorf im Nichts irgendwo zwischen Köln und Hamburg. Warten. Frieren. Meckern. Aufregen. Trübe Mienen, fast trüber als das Wetter. Es schneit noch immer. Warten. Ein Zug kommt: eine S-Bahn. Na toll. 2 Stunden S-Bahn fahren. Erstaunlich viele Dörfer gibts in der Gegend. Eine S-Bahn voller Gemecker: Deutsche Bahn wird verteufelt. Problem: die kümmerts nicht. Also alles umsonst. Nach sehr langer Zeit dann Hamburg erreicht. Das Deutsche-Bahn-Syndrom ist wieder zu spüren: Verspätung. Zug verpasst nach Kiel. Verdammt. Aufregen, Meckern, Frieren. Wusste gar nicht wie schön europäisches Gemecker sein kann. Fast schon melodiös. Aber auch nur fast.
22:00 Uhr, wow, Kiel erreicht. Es ist kalt in Kiel. Sehr kalt. Es schneit in Kiel. Es ist windig in Kiel. Nord-Ost Wind, ein richtig fieser Freund.
Fortsetzung der Schocktherapie folgt...
bis bald. hau rein. und sei ja schön nett zur Kupplung.
Lg Maud
schön!
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