Nigeria ist...
...absolut crazy. Der nigerianische Verkehr ist der Wahnsinn schlechthin. Es wird überhohlt wie und wo nur gerade geht. Trotz Schlaglochpisten wird weit über 100 km/h gefahren. Oftmals wälzen sich zwei schwere Tankzüge nebeneinander über die breiten Straßen, während sie von mehreren Autos gleichzeitig links und rechts überholt werden. Was macht nun der Gegenverkehr? Genau das Gleiche. Man hält solange aufeinander zu, bis irgendwer nachgibt. Das gute alte Angsthasenspiel. Wer bremst verliert.
...total überbevölkert. Der bevölkerungsreichste Staat Afrikas scheint niemals still zu stehen. Überall und zu jeder Tageszeit sind Menschen unterwegs. Ob nun entlang der Straßen, mit Feuerholz auf dem Kopf oder in einer der unzähligen Städte. Es kommt einem vor wie ein Ameisenhaufen. Es wurschtelt und krabbelt überall.
...super lustig. Die Nigerianer sind immer für einen Spaß zu haben. Es wird viel gelacht. Man trinkt gerne Bier und zieht sich gegenseitig auf. Es macht Spaß mit den Leuten hier. Selbst die Grenzbeamten waren lustig und nett.
...voller Roadblocks. Hat es geheißen. Man wird alle paar Kilometer aufgehalten und muss bestechen. Das kann ich bis jetzt überhaupt nicht bestätigen. Kein einziges mal auf den bisher 800 Km durch dieses landschaftlich schöne Land, bin ich angehalten worden. Ganz im Gegenteil, die Polizisten winken, strecken die Daumen hoch und geben mir freie Fahrt.
...Ereignisreich. Ich habe mich für einen kleinen Grenzübergang im Norden entschieden. Kleine Grenzen sind immer angenehmer. So war es auch. Innerhalb einer halben Stunde hatte ich die Formalitäten erledigt. Leider bedeutet kleiner Grenzübergang auch kleine Straßen. 90 Km der übelsten Piste lagen vor mir. Viel roter Schotter und die ein oder andere Tiefsand Passage. Es wurde spät und die Konzentration lies nach. Ich stürzte bei ca. 30 km/h im Sand. Das erste mal seit Marokko bin ich gestürzt ( man erinnert sich an Schwimmversuche mit meinem Soemek). Sofort tauchten zwei kleine Jungen auf und halfen mir mein Motorrad wieder aufzurichten. Entschuldigend sagte einer: „I`m so sorry Mister for our bad roads.“
...bis jetzt viel besser als der Ruf es erwarten lässt. Wie so oft sind die Länder vor denen so abgeraten und gewarnt wird, mit die schönsten und lustigsten. Das war mit Guinea Bissau und Guinea Conakry so und ebenfalls mit Nigeria. Den schlechten Ruf hat es nicht verdient, auch wenn selbstverständliche erhöhte Wachsamkeit geboten ist.
7 Kommentare:
"Mister I'm so sorry for our roads"
Ich glaube das meine Vorstellung nur einen klitzekleinen Bereich von dem ausfüllt was du erlebst.
Es ist schön so teil haben zu können... zumindest in diesem kleinen Bereich meiner Vorstellungskraft.
Wünsche dir viele sagenumwobene Momente.
Liebe grússe hannah
Hey Tobi!!! Gfreid mi enorm dasd an guaden Start nach Nigeria host Weiterhin viel glück ,Spass und a strame Kupplung wünscht da, da Hias
Hi Tobi,
habe Deinen Eintrag gelesen. Bist Du verletzt? Schürfwunden? Kannst Du weiterfahren? Tipp: Als Desinfektionsmittel hat sich H2O2, also Wasserstoff-Peroxid (hydrogen peroxide) 3% bestens bewährt, besser als alles andere! Schön, dass Du Nigeria als so angenehm empfindest. Toi, toi, toi für die Weiterfahrt. Herzliche Grüße Hubert
Scheinbar ist der Segen des großen Voodoo-Papstes mit dir. Auf dass dein Weg weiter mit Lachen, Bier und geilen Sandpassagen geteert sei...
Wir wünschen dir noch eine ereignissreiche Reise und freuen uns auf ein Wiedersehen im Schnee.
Grüße aus dem Pinzgau
Tobias!
Viel Spaß beim Reisen und Erleben. Augen auf, Ohren auf ;-) Freu mich für Dich...
keinerlei verletzungen bei dem sturz. bin mittlerweile in cameroon angekommen und sitz in den bergen im norden. leider regnet es und somit muss ich abwarten bis ich weiter richtung hauptstadt fahren kann.
gruss
tobi
Hey Tobi,
saugeil, beim lesen treten mir die Traenen in die Augen!
Weiss gar nicht, was ich Dir wuenschen soll, ausser dass es immer weitergeht...
Alles Gute!
Gabriel
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