2 wheels and 1 continent

Immer an der Westküste Afrikas entlang heißt es wieder von Dezember 2010 bis Februar 2011 für Tobias Attenberger.

Hier könnt ihr aktuelle Geschichten aus diesem faszinierenden Teil der Erde lesen, in den Hintergründen dieser Reise stöbern und eindrucksvolle Bilder genießen.

Viel Spaß!

Kontakt: tobias(ät)cruiseafrica.de

Montag, 3. November 2008

Les premiers cinq miles – 16889km

Vor genau einem Monat haben Soemek und ich das bayrische Oberland verlassen. 5000km haben wir seitdem zurueckgelegt. 5000km voller spuehrbarer Veraenderung. 5000km voller Hoehen und Tiefen. 5000km Abenteuer pur. Ein Rueckblick.

Weit entfernt scheint der Tag als ich bei leichtem Nieselregen und eissigen Temperaturen in Richtung Innsbruck aufgebrochen bin. Voll bepackt musste ich mich erstmal an die Fahreigenschaften des Mopeds gewoehnen. Nach einem schoenen Abend mit all meinen Komilitonen dort, ging es nach Genua und die Spannung und Nervositaet machte sich zum ersten Mal richtig bemerkbar. Ein Freund hatte mir noch zwei Flaschen Tegernseer Hell mitgegeben. Gierig kippte ich mir das Bier hinunter um den zitternden Knien Herr zu werden. Waehrend ich ueber die Rampe auf mein Schiff fuhr wusste ich, jetzt gibt es kein zurueck mehr.

In Marokko ging es dann durch diverse Bergregionen und ausser dem “kleinen” Ausrutscher bei dem wir ordentlich baden gingen, glich der Anfang der Reise eher einem angenehmen Motorradurlaub. Auf guten Strassen und bei angenehmen Temperaturen cruisten wir durch traumhafte, abwechslungreiche Landschaften. Die faszinierenden Szenarien um uns blieben seitdem. Von guten Strassen und angenehmen Temperaturen traeume ich seitdem nur noch.

Auch wenn man die gesamte Sahara mittlerweile auf einer Teerstrasse durchqueren kann, setzte der Sand meinem Soemek ziemlich zu. Die Kette knirschte, den Luftfilter konnte man besser als Luftblocker bezeichnen und der gesamte Motor war mit einer dicken Schicht Sand ueberzogen. Jeden Abend versucht ich alles zu reinigen. Mit wenig Erfolg. Nach wenigen Kilometern war wieder alles versandet. “Sahara Chain Massacre” eben.

Endlich mal alles ausbreiten in Gambia


Als wir dann langsam in die Sahel Regionen des Senegal vordrangen, wurde der Sand zwar weniger, die unangenehmen Geraesche aber blieben. Auf einem Camping in Gambia fand ich schliesslich den geeigneten Platz mich einer umfangreichen Saeuberung und Erneuerung Soemeks hinzugeben. An einer Tankstelle lies ich mein Bike waschen. Die beiden Jungs die fuer die Reinigung von Fahrzeugen zustaedig waren, streiteten sich schon fast, wer denn jetzt diese “grosse” BMW waschen darf. Letztendlich putzten und schrubten beide ueber eine Stunde daran und hatten sichtlich Spass. Alle anderen Autobesitzer mussten warten. So ein Bike darf man ja auch nicht alle Tage waschen. Ich hatte ein wachsames Auge ueber ihre flinken Haende und die 1,50 Euro die ich anschliesend zu bezahlen hatte, zauberten ein breite Grinsen in mein Gesicht. Ich gab jedem noch 50 Cent Trinkgeld und so zauberte ich auch ein breites Grinsen in ihre Gesichter. Die Kette habe ich anschliesend gleich ganz erneuert, den Luftfilter ausblasen lassen und noch einen Oelwechsel durchgefuehrt. Alles war wie neu. Kein Rasseln mehr, saubere Luftzufuhr und Soemek erstrahlte in neuem Glanz.


Soemek erstrahlt in neuem Glanz


Soemek cruist seit dem zuverlaessig durch tropische Landschaften, ueber Schlaglochpisten, durch Knietiefe Wasserloecher und ueber Daemme in Mangrovengebiete. Viele wollen mir mein Bike sofort abkaufen hier unten und ich wuerde eine Menge verdienen bei den Angeboten. Oftmals den doppelten Preis den ich in Deutschland gezahlt habe. Mein Soemek, meine Frau, ma cherie ist aber nunmal nicht zu verkaufen. Niemals.

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