Noch auf europäischem Boden in Genua
Die langsame Bewegung reisst mich aus meinen Gedanken. Die Häuser fangen langsam an sich zu bewegen. Wir legen ab. Von Genua. Zwei Tage noch, dann betrete ich afrikanischen Boden. Seit Jahren hat mich diese Reise beschäftigt. Seit Monaten habe ich darauf hingearbeitet. Ich kann mich nicht erinnern, jemals soviel Energie in etwas gesteckt zu haben. Kam ich dem Ziel einen Schritt näher, tauchte auch schon die nächste Hürde auf. Ein andauerndes auf und ab und nun ist es soweit. Jetzt muss ich mit dem zurecht kommen, was ich versucht habe zu planen. All das was ich als notwendig und brauchbar erachtet habe, muss mir jetzt genügen. Voller Vorfreude blicke ich nach Afrika – endlich.
Unterwegs nach Tanger
Die ersten Bekanntschaften auf der Fähre stimmen mich zuversichtlich. Thorsten, ein ebenfalls weitgereister Mensch, ist gerade mitten in der Planung für einen grosse Tour rund ums Mittelmeer und ist jetzt auf dem Weg in die Wüste zum „Sandspielen“ mit seiner KTM. Michele aus Italien, unterwegs auf einer Afrika Twin in den Senegal, hat schon den halben Kontinent mit dem Motorrad bereist und ist erst 27 Jahre alt. Nicht zu vergessen und vor allem nicht zu übersehen, ist der King of the Road. Ein Tِölzer, der mit seinem monstroeِsen Truck schon ganz Russland durchquert hat. Den Spanier Jeanot, der mit seiner Chopper durch Marokko fahren will, kann man wohl zu den absoluten Lebenskünstlern zählen und genau von diesen Künsten erzählt er. Viele interessante Geschichten machen die Runde und ich stelle mir langsam die Frage, warum ich zu Hause soviel Aufsehen mit meinem Vorhaben erregt habe. An Bord der „Majestic“ scheint dies alles ganz normal. Nur sicher bin ich mir nicht, ob ich mich über diesen Umstand freuen und ihn als Motivation auffassen soll, oder ob ich nicht ein wenig enttäuscht bin, da ich mich der Besonderheit meines Trips beraubt glaube.
Als ob es dort hingehört!
Egal, diese Bekanntschaften sind wichtig und so waren wir mit drei Motorrädern unterwegs, als wir uns auf die Suche nach einem Quartier in Tanger machten und in das Marokkanische Leben eintauchten. Eine grosse Sorge ist mir dadurch auch genommen worden. Ich werde zusammen mit Michele Mauretanien durchqueren. Mauretanien ist momentan leider etwas instabil, da im August die erste demokratische Regierung gestürzt wurde und nun wieder das Militär die Fäden in den Händen hält. So bin ich nun wirklich froh, einen Weggefährten für dieses heikle Stück gefunden zu haben, zudem ist Michele vor fünf Jahren die Strecke schon einmal gefahren. Wir sind nun in der alten Kِönigsstadt Fes und genießen endlose Streifzüge durch die Medina (siehe Fotos rechts). Morgen werden wir mit unseren zwei Bikes den Hohen Atlas durchqueren, bevor wir uns in den endlosen weiten der Wüste verlieren werden.

Micheles Afrika Twin und meine BMW harmonieren perfekt mit Chef Chauen
4 Kommentare:
Oh Mann!!!! Und wir sitzen hier noch wochenlang rum..... Will mit!!!
Hört sich fein an. Weiter so und zünd ein Wüstenhörnchen für mich an!
hey lutscher
hört sich ja fett an fast wie die neue route 66 oder so, bei all dem verkehr musst scho aufpassen:-)
aber das mit dem wüstenhorn vom valle kann ich nur unterstützen, nieder mit diesem garstigen viechern, laut korrespodentenberichten sind diese tierchen im stillen für den untergang der finanwirtschaft verantwortlich...
vieleicht umarmst du erst eins von mir bevor du es abfackelst...
also keep on ridin
bleibt dir ja uach nich so viel anders über
/fabi
geht ja prima los! könnt ja gar nicht besser sein. übrigens, die enttäuschung darüber, dass noch so viele andere auch abenteurer sind, kenne ich sehr gut. zu hause gilt man als wilder draufgänger. dann habe ich sowohl in der elfenbeinküste als auch in georgien radlfahrer getroffen, die von der schweiz aus mit dem radl solche touren machen wie unsereins mit dem bike. deine cruise africa ist aber trotzem etwas besonderes, etwas sehr besonderes sogar. liebe grüße und weiterhin toi, toi, toi, hubert
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