2 wheels and 1 continent

Immer an der Westküste Afrikas entlang heißt es wieder von Dezember 2010 bis Februar 2011 für Tobias Attenberger.

Hier könnt ihr aktuelle Geschichten aus diesem faszinierenden Teil der Erde lesen, in den Hintergründen dieser Reise stöbern und eindrucksvolle Bilder genießen.

Viel Spaß!

Kontakt: tobias(ät)cruiseafrica.de

Sonntag, 19. Oktober 2008

Grenzen - Brot und Spiele fuer den Reisenden

Westsahara

Grenzen ist man als Europaeer ohnehin nicht mehr gewohnt. Grenzen deren Uebertritt fast einen ganzen Tag dauert, kennt man nicht mehr. Grenzen die man ohne saftige Bestechungsgelder erst gar nicht ueberqueren darf, rauben einem in dieser Hitze den letzten Nerv. Grenzen in deren Mitte sich ein vermintes Niemandsland befindet, ohne Strasse und vier Kilometer lang, lassen einem hingegen den Atem stocken.

Zusammen mit meinem italienischen Mitstreiter ging es durch die Wueste. Erst schier unendliche Kilometer auf einer Teerstrasse durch die Westsahara, dann durch Mauretanien. Aufgrund der starken Wuestenwinde musste man auf dem Motorrad immer gegensteuern. Genauer: tausende Kilometer und tagelang Schraeglage, obwohl es nur geradeaus geht.

Schraeglage den ganzen Tag

Als wir dann endlich an der suedlichen Grenze Marokkos angekommen waren, erfuhr ich zum erstenmal was afrikanische Langsamkeit bedeutet. Der Pass des Reisenden vor mir wurde gerade abgestempelt als mir der Beamte mit einem breiten Grinsen zu verstehen gab, er habe jetzt Mittagspause. Zwei Stunden spaeter war diese dann auch schon vorueber und so konnte ich anschliessend noch "schnell" den Zoll abwickeln. Wir waren ein kleiner Tross von vier Fahrzeugen als wir uns durch das unwegsame Niemandsland kaempften, bis wir schliesslich den mauretanischen Grenposten erreichten. Dort gibt es mittlerweile sogar ein Haus fuer die Passkontrolle. Zoll und Versicherungsbuero hingegen sind in Wellblechhuetten untergebracht.

Im Niemandsland

Ausgerechnet dort musste ich mich festfahren!

Am Schluss dieser zweiten Prozeduer meinte ich erschoepft zu einem anderen Deutschen, es ware schon irrsinnig fuer einen Grenzuebertritt sechs Stunden zu brauchen. Er lachte und sagte, ich solle mich auf den senegalesischen freuen - dort wuerden zu den sechs Stunden noch 50€ Bestechungsgelder hinzukommen. Leider hatte er damit nicht ganz Unrecht.


Das mauretanische "Zollgebaeude"

Wenige Tage spaeter haben wir auch die Grenze in den Senegal mehr schecht als recht ueberwunden und so bin ich nun im wirklichen Schwarzafrika angekommen. St. Luis, eine alte franzoesiche Kolonialstadt bietet mit den umliegenden weiten, weissen Sandstraenden den richtigen Ort fuer mich meinen Rythmus zu verlangsamen, die Erlebnisse in der Wueste zu verarbeiten, einfach die Seele baumeln zu lassen und langsam in das Leben hier einzutauchen. Ein Leben welches sich sehr langsam abspielt und auf das man sich voll und ganz einlassen muss um hier zurecht zu kommen. Aber eben langsam. Angenehm langsam.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Neben mir hängt eine Weltkarte, Maßstab 1:36 000 000. Da seh ich St. Louis (Luftlinie auf der Karte gut 14 Zentimeter von Irschenberg) und denk mir: Mensch, der Tobias ist aber schon weit! Viel Spaß weiterhin, ein paar Grenzen kommen ja noch ;-) Simon

Anonym hat gesagt…

aus der box kommt "forever young" und ich seh nur einen bayern, der auf einem fisch durch die wüste reitet. WORAN DAS LIEGT? an träumen, die begeistern, und mehr als nur einen geist mit sich tragen..

weiterhin alles gute tobi,
jonny